Internet-Pornographie macht süchtig

tyitle-i_am_a_sex_addictNach dem wir die letzten Tage einen umfassenden Einblick in die anthropologischen, lustigen wie auch gesundheitsfördernden Dimensionen der Selbstliebe erhaschen konnten… und man immer beide Seiten der Medaillie kennen solte, egal wie vergnüglich das Thema auch ist, schauen wir heute direkt in den Abgrund:

Internet-Pornographie macht süchtig!

Was erstmal recht unterhaltsam klingt, ist es eigentlich garnicht. Der Kollegen vom Psychology Today Blog setzt sich dort ausfühtlich mit dem Thema auseinander.

Doch zuerst die Fakten: Jede 39 Sekunden wird ein Pornofilm produziert. Es werden jeden Monat über 1.5 Milliarden Pornos aus dem Internet runtergeladen. Und die ganzen Porno-Youtubes dieser Welt sind noch nicht mal mitgezählt.

Dass das neben dem zugegeben ganzen Spaß, den man damit haben kann, und dem volkswirtschaftlichen Gesamtschaden auch wirklich eine Belastung für einige Menschen darstellt, wird schnell klar, wenn man sich folgende Zitate aus einem Selbsthilfe-Forum auf der Zunge zergehen lässt:

First guy: No matter how many orgasms I have, I never feel satisfied; I just finally collapse in exhaustion, and start again the next day. To get off, I need extreme material that I never would have viewed before. I’m more anxious or depressed, and I have a strong desire to avoid other people. When I try to have sex with a partner, I can’t get an erection.

Second guy: The whole day I have been shaking with jitters similar to how it felt when I quit smoking.

Third guy: My withdrawal symptoms? Intense bouts of anger leading to interpersonal difficulties, aggressive demeanor, easily stressed out (I’m inexperienced confronting the world without that soup of post-orgasmic sedation), suicidal ideation, severe depression, violent dreams (I actually enjoyed these, but others might consider them nightmares), insomnia, hallucinations (jumped out of bed screaming because I felt a “presence”), “insects” crawling all over me in bed, shakes, mania (energy far in excess of my ability to use it constructively), and inability to concentrate.

Forth guy: Bored? Masturbation. Angry? Masturbation. Sad? Masturbation. Stressed? Masturbation.This was my life, and I didn’t recognize I had an addiction until I had surgery and masturbation wasn’t an option for fifteen days. On day three, I was literally shaking, and I began to connect the dots. Other symptoms: irritability, inability to focus (”staring at walls syndrome”), mood swings, headaches (sometimes quite strong), sense of pressure in my genitals, flashbacks, paranoia, self-defeating thinking, depression, hopelessness, and fear that I will never have sex because I’ve learned no social skills since diving into porn eight years ago as a teen.

Das klingt nach ziemlich hartem Tobak und ich wünsche es keinem. Ein weiteres Problem der Jungs ist sicherlich, dass Nicht-stoffgebundene Suchterkrankungen, seien es Glücksspiel, Online-Rollenspiele oder den Unfuck-the-World-Blog lesen (gebt es zu… nach 2 Tagen ohne Post fang ihr auch an zu zittern)… in der Gesellschaft oft als infantile Blödheit belächelt werden.

Der Umstand, dass es zu einer massiven Veränderung des Gehirns kommt, der freie Wille dieser Menschen sowie ihr Sozialleben und ihre Lebensqualität nachhaltig im Taschentuch landen, wird meistens übersehen.

Bart Hoebel, Psychologie-Professor an der Princton Universität fasst es gut zusammen:

Highly potent sexual stimuli [and highly palatable foods] are the only stimuli capable of activating the [brain's] dopamine system with anywhere near the potency of addictive drugs.

large_bookNun… ich will die ganze Sache auch nicht schlecht reden… aber wenn Ihr alle Jahre wieder am Rechner für den Weltfrieden wichst, dann gebt acht, dass euch nicht über den Kopf wächst. Die Organisation No-Porn.com verspricht Hilfe.

Es gibt noch so viele andere lohnenswerte Freizeitbeschäftigungen… sei es Fastfood essen, Tabak rauchen, Basejumpen oder einfach länger arbeiten.

In diesem Sinne, lasst uns alle alles machen… aber bewusst und in Maßen. Guten Rutsch!

Stopping Internet Porn Addiction

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1 Comment »

 
  • Krise says:

    Tzzz, wie kann man nur… Die Trousersnake sollte nur zu Mangas bedient werden. Oooh ja, Mangaaaas… Sabber, sabber.
    Spaß beiseite. Mir fällt da ein altes Gedicht ein:

    Die Libido ist lapidar,
    Halb viertelherzig und nicht wahr,
    Das was ich vorher nicht mehr sah,
    Wird hinterher dann wieder klar.

    Der Trieb des Lebens, sprießt vergebens.

 

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